6. TitelbildWie haben sich unsere Vorfahren wirklich ernährt? Das ist eine Frage, mit der sich eig. jeder beschäftigt, der sich gesund ernähren möchte. Schließlich haben wir eine ziemlich lange Entwicklung hinter uns und im Laufe dieser uns natürlich auch an die Nahrung angepasst, welche wir den größten Teil der Zeit konsumiert haben. Allerdings ist es relativ schwer festzustellen was wir damals gegessen haben, da organische Stoffe dazu neigen, im Laufe der Zeit abgebaut zu werden. So wird man in einer antiken Höhle bestenfalls noch die anorganischen Bestandteile von Knochen finden, aber sicherlich keine Überreste eines prähistorischen Obstsalats.

Vor einigen Jahren hat man jedoch eine Entdeckung gemacht, mit Hilfe derer man die Frage nach der menschlichen Ernährung einigermaßen gut klären konnte. Damals wurde, nach ca. 5300 Jahren im Eis, einer unserer mumifizierten Vorfahren im Ötztal gefunden. Dadurch dass „Ötzi“ direkt nach seinem Tod auf einem Gletscher eingefroren ist, wurde sein Körper nahezu perfekt konserviert, wodurch man durch Untersuchung seiner organischen Bestandteile( Haare, Darm etc.) gute Rückschlüsse auf dessen Ernährung ziehen konnte.

Im Wesentlichen gibt es zwei Methoden die Essgewohnheiten von Lebewesen zu untersuchen: Erstens kann man natürlich den Mageninhalt betrachten und, aus der letzten Mahlzeit, auf die Ernährung schließen. Das wurde bei Ötzi auch getan. Im Magen fand man diverse Pollen, Moos, Getreide und vor allem Fleisch einer Ziegen Art. Daraus schloss man, dass Ötzi sich offensichtlich omnivor ernährt hat. Die Frage blieb nur wie repräsentativ der Mageninhalt für seine tatsächlichen Ernährungsgewohnheiten war. Damit kommen wir auch schon zur zweiten Methode, der Untersuchung von organischem Gewebe. Hierzu muss man wissen, dass sich bestimmte Isotope, je nach Ernährung, im Körper anhäufen und man im Anschluss z.B. aus Haarproben ziemlich genau auf die Ernährung des Lebewesens schließen kann. (das Verfahren erkläre ich im Video nochmal etwas genauer). Im Fall von Ötzi wurden N15 und C13 untersucht und die Werte mit denen von Vegetariern, Veganern, einer Ziege und eines Omnivoren verglichen. Aus der relativen Anreicherung von N15 kann man auf die allgemeinen Ernährungsgewohnheiten schließen. Deshalb wurde auch die Ziege, als Vergleich, herangezogen, da sie eine herbivore Ernährung widerspiegelt.

Aber kommen wir zu den Resultaten (Einzelwerte siehe Tabelle):n15 werte ötzi

Es wurde gemessen, dass Ötzi einen niedrigeren N15-Wert aufweist als die untersuchten Veganer, während Vegetarier und Omnivore einen deutlich höheren Wert aufwiesen. Daraus lässt sich tatsächlich schließen, dass er sich den Großteil seines Lebens vegan/pflanzenbasiert ernährt hat und seine pflanzliche Nahrung nur relativ selten mit tierischen Lebensmitteln ergänzt hat. Außerdem lässt der Zahnabrieb und die C13-Analyse darauf schließen, dass er sich hauptsächlich von Getreide (C-3 Pflanzen) ernährte. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass tierische Nahrung nur etwa 10% der Ernährung unserer Vorfahren ausmachte.

Gebiss ötzi

Somit kann man sagen, dass es sich bei Menschen um opportunistische Omnivore handelt, die sich jedoch an die Nahrung angepasst haben, die sie den größten Teil ihrer Zeit gegessen haben, sprich stärkehaltige Pflanzen und Früchte.

 

 

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