4. TitelbildProtein ist einer von drei Makronährstoffen und wohl auch der, zu dem es die meisten Mythen gibt. Einer dieser Mythen ist, dass besonders Veganer darauf achten müssen, sich ausreichend damit zu versorgen. Dies liegt nach gängiger Meinung daran, dass pflanzliche Proteine auf verschiedene Arten schlechter sind als tierische. In den folgenden Abschnitten werde ich einmal näher darauf eingehen, warum dies so ist.
Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass es keinen großen Unterschied bei den unterschiedlichen Ernährungsweisen gibt, was die Proteinaufnahme angeht. Egal ob omnivor oder vegan, wir nehmen als Gesellschaft alle ausreichende Mengen an Protein auf. Trotzdem gelten pflanzliche Proteinquellen als minderwertiger, was an einigen Studien liegt, welche Anfang des letzten Jahrhunderts durchgeführt wurden.
Hierbei wurde unter anderem das Wachstumsverhalten von jungen Ratten unterschiedlicher Ernährung beobachtet und festgestellt, dass Ratten deutlich langsamer wuchsen, wenn sie pflanzliche Nahrung statt Muttermilch bekamen. Daraus wurde im Umkehrschluss geschlossen, dass pflanzliche Nahrung minderwertig sei. Nicht nur für Ratten, sondern auch für Menschen. Allerdings wurde dabei nicht berücksichtigt, dass die Muttermilch von Ratten etwa zehn mal so viel Eiweiß besitzt wie menschliche, was einen direkten Vergleich eig. unmöglich macht.
Unabhängig davon wurde die These, dass Pflanzen ein unvollständiges Aminosäureprofil aufweisen bzw. Pflanzen eine schlechte oder unzureichende Quelle für Proteine darstellen, mehrfach widerlegt.
Trotzdem weisen unterschiedliche Pflanzen unterschiedliche Aminosäureprofile auf und deshalb gibt es natürliche Schwankungen, was die tägliche Versorgung angeht. Um diese auszugleichen, gibt es zwei verschiedene Mechanismen in unserem Körper.
So haben wir eine Art Aminosäuredepot in den Interzellularen unserer Skelettmuskulatur. Dadurch können wir einen möglichen Mangel z.B. an Lysin für einen gewissen Zeitraum ausgleichen (bei ausreichender kalorischer Versorgung spielen Mängel an gewissen essentiellen Aminosäuren keine Rolle).
Zudem finden in unserem Körper permanente Auf- und Abbauprozesse statt. Dies führt dazu, dass täglich etwa 90g Protein in unseren Verdauungstrakt gelangt, welches erneut aufgespalten und im Anschluss zu 80% resorbiert wird. Auch das führt natürlich dazu, dass tägliche Schwankungen bei bestimmten Aminosäuren ausgeglichen werden.
In meinem Video auf Youtube gehe ich an dieser Stelle nochmal auf das Konzept der niedrigeren biologischen Wertigkeit pflanzlicher Proteinquellen ein. Dazu wird es aber noch einmal einen separaten Artikel geben.
Abschließend bleibt eig nur noch zu sagen, dass man sich bei einer ausreichenden Energiezufuhr aus ganzen, möglichst unverarbeiteten Pflanzen keine Sorgen um eine ausreichende Proteinzufuhr machen muss….selbst als Veganer 😉

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